Naeshirokawa, die Heimat von Tôgô Shigenori

  Bilder aus der Heimat des Diplomaten Tôgô Shigenori und seiner deutschen Ehefrau Edith  Quellbild anzeigen

Tôgô Shigenori 東郷 茂徳 (10.12.1882 – 23.7.1950), entstammte einer Familie koreanischer zwangsverschleppter (infolge der Korea-Kampagne Toyotomi Hideyoshis 1592-1598) Töpfer, die zu den Erfindern der sog. Satsuma-Keramik in Kyushu wurden. Sein koreanischer Ahn, Park Pyeon-ui (박평의 etwa 1558–1623), wurde vom Daimyo von Satsuma in Naeshirokawa, heute Miyama/Hioki, angesiedelt. Shigenoris Vater japanisierte 1886 den Familiennamen auf Tôgô, ein Assimilationsvorgang vergleichbar zu Zeit der Judenemanzipation in Deutschland (z.T. Konvertierungen und Annahme deutsch klingender Nachnamen).

Er studierte Literatur und Germanistik an der Kaiserlichen Universität zu Tokyo sowie an der Mejii-Universität. 1912 wurde Tôgô Diplomat. 1919 bis 1921 war er im Deutschen Reich mit der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen befaßt. 1937 wurde er japanischer Botschafter in Berlin, 1938 wurde er nach Moskau als Botschafter versetzt, wo er 1940/41 den Japanisch-Sowjetischen Friedens- und Neutralitätspakt verhandelte. Obwohl er ursprünglich gegen den Kriegseintritt Japans war, wurde er im Oktober 1941 Außenminister Japans. Die Aufrechterhaltung der Allianz Japans mit Siam im Memorandum vom 23.12.1941 ist ihm zuzuschreiben, die u.a. zu Siams Beteiligung am Krieg gegen Französisch-Indochina 1941 geführt hatte; ebenso wie die japanische Erklärung vom 21.1.1942, die Genfer Konvention respektieren zu wollen. Am 1.9.1942 trat er vom Amt aus Protest gegen die Errichtung eines Ministeriums für die im Krieg besetzten Gebiete Ostasiens zurück. Am 7.4.1945 wurde er während der Schlußphase des Krieges erneut Außenminister. Er befürwortete sowohl die Annahme der Potsdamer Erklärung vom 26.7.1945 für die Bedingungen einer japanischen Kapitulation als auch im August 1945, nachdem das Angebot der Alliierten von Japan nicht angenommen worden war, die bedingungslose Kapitulation Japans. 1948 wurde er als Kriegsverbrecher von dem alliierten Militärtribunal für Ostasien zu 20 Jahren Haft verurteilt. Er starb im Gefängnis von Sugamo.

1922 hatte er Carla Victoria Editha Albertina Anna de Lalande (geborene Giesecke, 1887–1967) geheiratet, die Witwe des bekannten deutschen Architekten George de Lalande (1872–1914), der etliche Verwaltungsgebäude in Japan und Korea entworfen hatte, u.a. den Sitz des japanischen Generalgouverneurs in Seoul. Aus dieser Verbindung ging eine Tochter namens Ise hervor. 1943 heiratete sie den japanischen Diplomaten Fumihiko Honjo, der aus Respekt vor der Familie seiner Frau ihren Nachnamen annahm. Fumihiko Togo (1915-1985) diente  von 1976 bis 1980 als japanischer Botschafter in den Vereinigten Staaten. Der 1945 geborene Sohn des Paares, Kazuhiko Tōgō, hat ebenfalls die diplomatische Laufbahn gewählt.

Shigenori Tôgô wuchs in Naeshirokawa, heute Teil der Stadt Hioki (ex: Satsuma-Provinz), einer Ansiedlung koreanischer Handwerker. Noch heute macht das gepflegte Dorf inmitten seiner Bambuswälder den friedvollen Eindruck einer romantischen Idylle. Hier wurden über Jahrhunderte Werke eines hochwertigen Kunsthandwerkes gefertigt. Die Bewohner des kleinen Fleckens waren damit wohlhabend geworden, was sich nach der Mejii-Revolution und der Emanzipation des Bürgertums in der Annahme der nun auch Nicht-Samurai-Kindern offenen Bildungs- und sozialen Aufstiegschancen niederschlug. Die Bambuswälder und viele der weitläufigen Behausungen gibt es noch heute.

ar












 

Bildquellen: A. Bürkner

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