Einer der letzten Träume: Das Brandenburger Torベルリンマラソンとブランデンブルク門 (Orte)



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Die alte japanische Dame ist mit 90 Jahren mit ihrer Tochter aus der Stadt Kawagoe nahe Tokyo nach Berlin gekommen. Als eine begeisterte Marathon-Anhängerin hatte sie vor einigen Jahren am internationalen Marathon in Hawaii im Rollstuhl, den ihre Tochter einige Kilometer geschoben hatte, teilgenommen.

Nun wollte sie das Brandenburger Tor sehen, an dem so viele Marathonläufe gestartet waren, bei denen auch Japanerinnen weltweite Triumphe gefeiert hatten - Ereignisse, die sie am heimischen Fernseher in Japan erlebt hatte. So wurde sie auch im Jahr 2008 von ihrer Tochter vom Brandenburger Tor bis zur Siegssäule auf dem ersten Stück der Berliner Marathonstrecke im Rollstuhl geschoben.

Die japanische Dame ist im Alter von 92 Jahren verstorben, eine Mutter von sieben Kindern, die als einen ihrer letzten Träume das Brandenburger Tor besucht hat.

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Das Berliner Marathon wurde in den Jahren 2000 bis 2005 von japanischen Läuferinnen beherrscht, die sechsmal hintereinander das Rennen der Frauen gewinnen  konnten.

2000    Kazumi Matsuo 松尾和美 (*1974) Zeit: 2:26:15

2001    Naoko Takahashi 高橋 尚子 ビデオ (*1972) Zeit: 2:19:46 
                                            Weltrekord

           
2002    Naoko Takahashi  高橋 尚子 (*1972) Zeit: 2:21:49

2003    Yasuko Hashimoto  橋本康子 (*1975) Zeit: 2:26:32 

2004    Yôko Shibui 渋井 陽子 (*1979) Zeit: 2:19:41 Japanischer Rekord

2005    Mizuki Noguchi 野口みずき (*1978) Zeit: 2:19:12                                                                                                              Strecken-, Asien-, Japan-Rekord

Besonders ragte dabei heraus die Olympiasiegerin in Sydney 2000, Naoko Takahashi. Sie war nicht nur im Berliner Maraton 2001 die erste Frau der Welt mit einer Zeit unter 2:20:00. Sondern sie verkürzte auch als erste Athletin mit ihrem Weltrekordlauf in Berlin den zeitlichen Abstand zwischen weiblichen und männlichen Siegern dieses Rennens auf eine bis dahin unbekannte Spanne: eine Leistung dieser Japanerin im Vergleich zu ihren männlichen internationalen Mitbewerbern, die einige Jahre später in Deutschland 2011 durch die japanischen Fussballerinnen wie zu Beispiel Yûki Nagasato (Ôgimi) durch Erringung des Weltmeistertitels im Frauenfussball getopt wurde.

Die Fernsehrechte für die Berliner Marathonläufe der in Japan sehr populären („Q-chan“) Naoko Takahashi waren an den japanischen Sender Fuji TV verkauft worden. Für Fuji TV soll dies eine sehr gute Investition gewesen sein. Schon bei ihrer ersten Marathon Teilnahme soll ihr fast jeder zweite Japaner über diesen Privatsender zugeschaut haben (Einschaltquote 53,5 Prozent). Ähnlich dürfte es auch beim ihrem zweiten Marathon Lauf gewesen sein. Insgesamt sollen über 100 japanische Journalisten aus Berlin berichtet haben, was dem Marathon in Japan eine gewaltige Breitenwirkung verschaffte und ihn popularisierte.

Auch die Olympiasiegerin Athen 2004, Mizuko Noguchi, tat sich in ihrem Siegeslauf im Berliner Marathon 2005 mit einem neuen Streckenrekord, der noch unter der Weltrekordzeit von Naoko Takahashi lag, und gleichzeitig einem Asienrekord hervor.

Umgekehrt hatten auch Marathonläufe deutscher Athleten in Japan für den deutschen Marathon-Sport Bedeutung, wenn in diesem Fall auch im Bereich der Frauen und der Männer gleichermassen:

Im Januar 1984 gewann Katrin Dörre-Heinig ドーレ・ハイニッヒ・カットリンdas Osaka-Marathon  in einer Zeit von 2:31:41.

Der zweifache deutsche (DDR) Olympiasieger Waldemar Cierpinski チェルピンスキ-・ワルデマ-ル nahm 1984 an dem Marathon Lauf in Tôkyô teil in der vergeblichen Hoffnung, einen dritten Olympiasieg vorzubereiten.

Ebenfalls für die DDR starteten die später sehr erfolgreichen Michael Heilmann, der auch schon im Fukuoka Marathon gelaufen war, und Jörg Peter beim diesem Marathon in Tôkyô 1984, wobei Peter mit einer damals beachtlichen Zeit von 2:10:57 zur Spitzengruppe gehörte. Beide erlebten in der Folgezeit Höhepunkte ihre Laufbahn in Japan: Michael Heilmann stellte im Marathon-Weltcup in Hiroshima 1985 einen deutschen Rekord mit 2:09:03 auf, auch heute noch die zweitbeste Zeit eines deutschen Läufers. Im Tôkyô-Marathon 1988 lief Jörg Peter in ebenfalls bis in unserere Tage (Sept. 2012) gültiger deutscher Rekordzeit von 2:08:47.

(Quelle: "Jörg Wenig: "Der Berlin-Marathon 1974-2012. Geschichte und Geschichten", S. 28ff und, Helmut Winter: "Marathon-Rekorde für die Schublade", S. 36ff, in: SCC Events GmbH: "Programmheft. 39. BMW BERLIN MARATHON", 2012 )

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