Landsberger, Artur ランズバーガー,アルトゥール (Schriftsteller) und Hinder, Max ヒンダー,マックス(Architekt)

Japanberichte aus den 1920er bis 1930er Jahren: dubiose Inhalte, bemerkenswerte Fotografien

Japan in den 1920ger und 1930ger Jahren ist von einer Reihe deutschsprachiger Autoren in Sachbüchern, Romanen oder Reiseberichten gut erfaßt. Zum Beispiel Theodor Sternberg, Eduard Heinrich Jacob, das Ehepaar Siegfried und Anna Berliner und Suzan von Wittek. Aber es gibt natürlich, wie in allen Epochen, auch viele inhaltlich weniger gelungene Japan-Bücher jener Zeit.

Auf wenigstens zwei solcher Japan-Bücher stößt man in Internetantiquariaten und wird sich beim Lesen ärgern: Das eine ist ein Reisebericht in Form eines Romans des skandalumwitterten Journalisten und seinerzeit vielgelesenen Schriftstellers Artur Landsberger (1876-1933). Bei dem anderen Buch handelt es sich ebenfalls um einen Reisebericht des im Japan von 1927 bis 1940 wirkenden und bis heute dort noch bekannten deutsch-schweizerischen Architekten, Max Hinder (1 und 2), geb. in Zürich 1887, verst. in Regen (Bayerischer Wald) 1963.

Beide Bücher sind typische Kinder ihrer Zeit, verhaftet mit Vorurteilen, die insofern den zeitgeschichtlichen Spiegel einer bestimmten eurozentristischen Weltanschauung liefern. In Zuge dessen geben sie Auskunft über die Einschätzung Japans durch bestimmte Teile der postwilhelminischen Gesellschaft, und sie sind, das sei herausgehoben, beide jedoch mit beachtenswerten schwarz-weiß Fotographien illustriert, und insofern Zeugen einer vergangenen Welt.


      

 

Artur Landsbergers Werk Lachendes Asien (München, 1925), spricht den Leser zunächst durch den Versuch an, einen Reisebericht basierend auf persönlichen Reiseerlebnissen durch Einbettung in einen fiktiven Handlungsstrang spannend zu gestalten.

Aber bald stellt der Leser fest: Dies ist ein Buch gefüllt mit Vorurteilen, Plattitüden und dem Unwissen entspringenden Falschinterpretationen, über die der flüssig eingängige Schreibstil des erfolgreichen Trivialschriftstellers (u.a. "Wie Hilde Simon mit Gott und dem Teufel kämpfte", Berlin 1910) nach einigen Seiten nicht mehr hinweghelfen kann. Das Buch täuscht elegante Weltläufigkeit und Toleranz gepaart mit angeblich fundiertem Wissen um Asien, besonders über China und Japan, vor. Für andere schreibende, westliche – nicht näher genannte – Reisende hat der Verfasser generalisierend nur ein abfälliges Lächeln übrig. Wenigstens einen Schriftsteller, den Kunstsammler Friedrich Perzynski (1877-1965), lobt er ausnahmsweise überschwenglich.

Immerhin bringt Landsberger den Japanern und ihrem Land unter allen von ihm bereisten Ländern eine gewisse Hochachtung entgegen. Aber unzählige Aussagen von ihm können dem heutigen Leser nicht einmal ein Schmunzeln im Rahmen des vorgegebenen Titels "Lachendes Asien" entlocken, sondern sind unreflektiert eingebettet in dem Rahmen der damals verbreiteten phänotypischen Rassenkunde, die Zusammenhänge zwischen biologischen Eigenschaften und kulturellem Niveau behauptete, wie schon wenige Zitate zeigen:

"…und nun kommt das große Wunder - die Mischung! Schon in Java weidete sich das Auge an den half cast. Man weiß, wie besorgt die holländische Regierung um die Züchtung dieser Edelrasse ist, die es an Schönheit mit jeder europäischen aufnimmt. Möglich, daß hier der persönliche Geschmack mitspielt, aber ich finde, daß die japanische half cast die javanische an Schönheit übertrifft. Allzu Prononciertes, das an dem Asiatisch-Mongolischen abstößt, hebt, gedämpft und gemildert, die übrigen Reize. Nun, wo das geschlitzte Auge nur noch angedeutet ist, hat es eine pikante Wirkung; nun, wo die aufgeworfenen Lippen nur noch um eine Nuance zu voll sind, verraten sie beherrschte Sinnlichkeit. Nichts Unproportioniertes mehr, das so gar nicht zu diesem grazilen Körper passt. Die vollendete Ausgeglichenheit!" (S.178)

Weiter heißt es:

"Denn wer die Japaner in den europäisch geführten Hotels bei den Mahlzeiten beobachtet, wer von uns im Osten gezwungen ist, sich vorübergehend chinesisch oder japanisch zu beköstigen, weiß, daß es in bezug auf den Geschmack keine Verständigung gibt. Das sind ganz nüchterne Feststellungen, die nicht zu widerlegen sind. Mit ihnen wird hinfällig, was Enthusiasten über das künstlerische Niveau des japanischen Theaters zusammenstammeln. Das Wesensfremde trübt den Blick, bezaubert, führt zu Überschätzung. Der Blumensteg, ein primitiver, unkünstlerischer Notbehelf, von Reinhardt übernommen, wurde wie eine künstlerische Offenbarung gefeiert. Nach einigen Jahren war er nur noch als besserer Ulk in einer Posse möglich." (S.184)

Daß Landsberger andererseits dem eurozentristischen Zeitgeist mit intellektuelle Ambivalenz begegnen konnte, verdeutlicht folgendes Zitat:

"Vielleicht, wenn es erlaubt ist, nicht danach zu forschen, was ein bestimmter Glaube  l e h r t, sondern was er  b e w i r k t, daß man dann zu sehr erstaunlichen Ergebnissen gelangen wird." (S.101)

Um so tragischer ist es, daß Landsberger letztlich als jüdischer Deutscher Opfer einer Geisteshaltung wurde, die er in der Zeit seines Erfolgs unreflektiert oder aus Kalkül mittrug und verbreiten half (vgl. Barth 2005: 79f), denn unter Landsbergers 27 Romanen findet sich auch das prophetische Werk Berlin ohne Juden (1925) - womöglich in Anlehnung an den populären Roman von Hugo Bettauer (Stadt ohne Juden, 1924 von Hans Karl Breslauer verfilmt) - welches "eine erstaunliche Analyse des Tagesgeschehens sowie der möglichen Konsequenzen" (Barth, a.a.O., S. 80) aufwies.

Berlin ohne Juden thematisiert, wie unter opportunistischer Ausnutzung von Vorurteilen und Ressentiments (berufliche) Konkurrenz beseitigt, und Zynismus und Ignoranz Sündenböcke schaffen. Und dies führt zur Ausgrenzung, Erniedrigung, Verfolgung und Vertreibungung der jüdischen Bürger. Am 10.5.1933 wurden Landsbergers Bücher von den Nationalsozialisten öffentlich verbrannt, seine Einkommensmöglichkeiten beschnitten. Verfolgt und gesellschaftlich isoliert, suchte er am 4.10.1933 den Freitod.

Wie erwähnt, sind in Landsbergers Japan-Buch einige Fotos auch heute noch der Betrachtung wert. Vermutlich wurden sie vom Autor selbst aufgenommen, dem feinfühlige Stimmungsbilder gelangen, die so gar nicht zum reißerischen Textinhalt passen wollen. Voll Staunen erfährt deren Betrachter hier visuell wie gewaltig sich das Japan unserer Zeit von dem Japan vor rund 100 Jahren unterscheidet.

Junge Geisha trifft man heute nur noch in touristischen Hotspots. Immerhin, manche der jungen von Landsberger abgebildeten Frauen könnte man heute noch in vielen japanischen Bahnzügen begegnen, wenn sie sich völlig ungeniert in aller Öffentlichkeit hingebungsvoll schminken - allerdings selten im Kimono. Die folgenden Fotos der Kinder mit Rollern, einer Familie vor ihrem Haus (Landsberger, a.a.O., S.164f) sowie der im Kimono gekleideten jungen Geisha 芸者 oder Maiko 舞妓 (ibid., S.168f) dagegen weisen in eine längst untergegangene Vergangenheit.






Die Fotos Landsbergers belegen aus heutiger Sicht optisch die ungeheure historische Leistung Japans auf dem Weg von einem abgeschlossenen, ärmlichen Feudalstaat zu einer modernen, sozial und international vernetzten Gesellschaft mit demokratisch verfasstem politischen System. Übrigens auch dies eine Entwicklung, die Landsberger durchaus antizipierte, aber wie viele, der Exotik Japans nachtrauernde westliche Japaninterpreten seiner Zeit, verurteilt.

Den Sündenfall der japanischen Entwicklung in der Neuzeit sieht Landsberger in einer auch heute noch verbreiteten kulturpessimistischen Weltinterpretation in den USA und den Amerikanern, seinem Feindbild. Diese hätten Japan 1853 gewaltsam aus ihrer Jahrhunderte langen Abschottung von der Welt heraus gerissen und  in eine amerikanisierte, rein materiell ausgerichtete Welt hinein geschleudert: "Für jeden, der nicht in dem stupiden Bierbottich des Materialismus watet, war es ein dies ater – für die Menschheit so schwarz beinahe wie der Tag der Entdeckung Amerikas, der aus der Welt ein Kaufhaus machte." (S.198)



Zwar außerhalb des Themas dieses Internetportals, aber durch seine Schönheit und Sensibilität doch sehenswert, sei das nachstehende Foto einer Inderin aus dem Buch von Artur Landsberger hinzugefügt (S.105f):


 

Das zweite hier angezeigte Reisebuch stammt von dem Architekten Max Hinder.

Der in Zürich in der Schweiz geborene und aufgewachsene Max Hinder war einer der großen westlichen Architekten, die nachhaltig in Japan bis 1945 wirkten. Nach Stationen in der Schweiz, Österreich und Deutschland war er 1924 nach Japan gekommen, wo er zunächst in Sapporo wohnhaft wurde. Entsprechend finden sich in Nord-Japan zahlreiche Gebäude, die er entwarf, darunter sakrale Bauten wie die von deutschen Franziskanerinnen gegründete Fuji Missionsschule 藤学園の校舎・寄宿舎 (1924), ein Trappisten-Kloster in Hakodate (Tenshien-Kloster / トラピスチヌ修道院天使園 1925), die Kathedrale in Niigata (1927), die Hokusei-Missionsschule 北斗学園の校舎・寄宿舎, 北星女学校校舎 (1929). Auch in Utsunomiya soll er eine Kathedrale entworfen haben.

1927 siedelte Hinder nach Yokohama um. Von hier schuf er vor allem im Kantô-Gebiet 関東地方 weitere Gebäude wie zum Beispiel ein Gebäude der Sophia Universität (1931) und das St. Mary Krankenhaus, Omori, beide in Tôkyô (1931). Seine Begegnung mit der traditionellen japanischen Baukunst (insbesondere in bezug auf den Werkstoff Holz) verarbeitete Hinder in seinem Werk: Japanische Bausitten, erschienen in den Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens, Bd. 22, Teil E, Tokyo 1931:



Darüberhinaus sind dem Architekten zahlreiche kleinere Gebäude in Japan zuzuschreiben, u.a. sein eigenes Haus in Sapporo und einige Berghütten.

Hinsichtlich letzterer kommt Hinder für die Entwicklung des Skisportes und Bergsteigens in Japan Bedeutung zu. Als Bergsteiger durchkletterte und durchwanderte er besonders die Gebirge seines Gastlandes und beobachtete seine japanischen Mitbewohner mit großer Anteilnahme. Viele seiner ausgezeichneten, schwarz-weißen Fotos halten auf eindrucksvolle Weise die Erinnerung an seine Exkursionen wach. In seiner, eingangs schon erwähnten, nach Art eines Tagebuches verfassten kleinen Schrift Erlebtes Japan (Innsbruck, 1943) kann man sie noch bis heute nach erleben, wenn man sie antiquarisch auffinden kann.


                     

 

Schon der Name des Verfassers des Vorwortes in seinem obigen Buch, Admiral Richard Förster (1879-1952), weist daraufhin, daß Max Hinder dem extremen chauvinistischen Gedankengut seiner Zeit nahe stand. Richard Förster war damaliger Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft. Er hatte das monumentale Werk "Kulturmacht Japan. Ein Spiegel japanischen Kulturlebens in Vergangenheit und Gegenwart" (1942), das vom japanischen Botschafter, General Hiroshi Oshima 大島浩 (1886-1975), eingeleitet worden war, herausgegeben.

In diesem Buch, zu dem Hinder einen Beitrag (Japaner, a.a.O., S. 30-41) zum "Ainuerbgut" der Japaner und der von ihm postulierten "gemeinsamen Urkultur" und "Rassegemeinschaft" mit den "weißhäutigen Menschen" beisteuerte, werden Bezüge zwischen der historischen Entwicklung des Deutschen und Japanischen Reichs im Sinne der vom Nationalsozialismus vertretenen rassistischen Kulturideologie hergestellt. Sie stellen Japans Entwicklung als Manifestation eines (von der nationalsozialistischen Ideologie pervertierten) Heroismus' ("rücksichtslose Angriffsgeist des japanischen Kriegers", Donat, W.: Japan. Prinzipien seiner völkischen Existenz, a.a.O., S.12) im Rahmen eines Kulturkampfes der "Kulturnationen" gegen die Degeneration der "liberalistischen Doktrinen" (ibid., S.8) dar. Damit bewegt sich dieses Werk im Fahrwasser der Geschichtsteleologie eines Alfred Rosenbergs (u.a. Der Mythus des 20. Jahrhunderts. Eine Wertung der seelisch-geistigen Gestaltenkämpfe unserer Zeit, München 1930).

Entsprechend ist Max Hinder dem Kreis von deutschsprachigen Sympathisanten des NS-Regimes in Japan zuzuordnen. So arrangierte er etwa mit dem Japanologen, Prof. Dr. Walter Donat, ein nationalsozialistischer Funktionär und Leiter des Deutschen Kulturinstitutes in Japan zur Zeit des Dritten Reiches (vgl. Hack 1995:83f), eine von über zwei Millionen Japanern besuchte Wanderausstellung in Tokyo und 12 weiteren japanischen Städten mit dem Titel "Großdeutschland", die der Bündnispropaganda der Achsenmächte diente (vgl. Hedinger 2012, S.109, 119f).

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch, daß Max Hinder in der in Japan auf Einladung des japanischen Kultusministeriums 1936 gedrehten deutsch-japanischen Koproduktion Die Tochter des Samurai (新しき土) von Arnold Fanck in einer Nebenrolle als "deutscher Lehrer" agierte, der hilft die Dinge wieder ins rechte Lot zu bringen.

Dieser Film zeichnete in Abstimmung mit dem deutschen Reichspropagandaministerium ein positives Bild vom Verbündeten Japan. Im Mittelpunkt der Filmerzählung steht der Konflikt eines Japaners, der eine Deutsche liebt, aber eine japanische Verlobte schon hat. Ein das traditionelle Eheversprechen sprengende Verhältnis einer "Arierin" und eines Asiaten wäre im Hinblick auf die Rassenpolitik der Nationalsozialisten erklärungsbedürftig. Aufgelöst wird der Widerspruch dadurch, daß die Deutsche selbstlos im Sinne der Aufrechterhaltung der "Tradition" auf den Geliebten verzichtet und die Japanerin durch "stille Haltung" und die "Treue einer Samurai-Tochter" den ungeliebten Verlobten davon überzeugt, sich für sie und das erwartete Sozialverhalten zu entscheiden. Kurzum: Eine Demonstration kultureller Überlegenheit von Deutschen und Japanern, die sich darin zeigt, daß persönliche Interessen negiert werden, um den geforderten gesellschaftlichen Idealen zu genügen. In der Schlußszene lebt das junge japanische Paar samt Neugeborenen (in der Ehe erfüllt sich die Pflicht am Vaterland) in Mandschukuo, der "Neuen Erde Japans". Sie arbeiten auf einer Farm unter dem wachsamen Blick eines kaiserlichen Soldaten, der sie gegen die allgegenwärtige Bedrohung durch den Bolschewismus schützt.

Hinder teilte mit dem Regisseur Fanck das Interesse am Skisport und an der Bergwelt. Und beide gerieten, unter dem Aspekt 'politisch belastet' zu sein, in Deutschland nach 1945 in Vergessenheit.

Für das Japan seiner Zeit empfand Max Hinder Hochachtung. Aber er übt in seinem Japan-Buch auch Kritik an seinem Gastland, die angesichts der politischen Verbrüderung der beiden Achsenmächte verwundert. Letztlich manifestiert sich in seinem Japan-Buch, daß er Japan zwar respektierte, ihm aber keineswegs eine mit Deutschland gleichwertige Postion in der Welt zuerkannte (vgl. Maltarich 2005).

Vor diesem Hintergrund werden einige polemische Phrasen über seine japanischen Gastgeber in "Erlebtes Japan" zumindest erklärbar. Nicht wenige Passagen des Autors sind allerdings so platitüdenhaft arrogant und zugleich zielgruppengerecht anbiedernd formuliert, dass über den Unwillen, der in dem heutigen Leser darüber aufsteigt, auch der Verdacht aufkommt, daß dieser durch seine architektonischen Leistungen mit Sicherheit nicht als ungebildet einzustufende Autor hier seinem gesellschaftspolitisch vorherrschenden Umfeld in Deutschland und Japan Lippenbekenntnisse zollte, die ihm vermutlich auch professionell nützlich waren. Einige seien zitiert:

Sie wollten mir alle die Hand schütteln; unter ihnen ist es nicht Brauch, aber man muß den Fremden doch zeigen, daß man auch ihre Sitten kennt. Dann geben sie der Bewunderung für Heer und Führer in allen Tonarten Ausdruck. Einer seufzt: ‚Ja, wenn wir so einen hätten!‘“ (S.45)

Englisch ist eine leichte Sprache, und weil die Engländer geborene Kaufleute sind, eine Sprache, die mit vielen Worten eine Sache schön unklar und verschieden auslegbar, aber auch mit wenigen Worten eine Gemeinheit deutlich ausdrücken kann. Deutsch hingegen ist eine schwere Sprache, die man lieben muß, um sie zu verstehen, die aber die feinsten und schönsten Dinge unverrückbar festlegt, das schwerste leichtverständlich macht, nie ungenau oder verwirrend, kurz, es ist eine Sprache des Herzens und des Verstandes zugleich." (S.97)

Erst lange nach dem Weltkriege, als die fremde Gesamtheit nicht mehr unterschiedslos, sondern in wetteifernde Freund-, Halbfeind- und Feind-Nationen getrennt den Japanern gegenüberstand, sahen diese endlich, daß ein Deutscher sich vom Franzosen und Engländer, vor allem aber vom Amerikaner durch einen bestimmten Volkscharakter unterscheidet. Erst jetzt werden diese Unterschiede, die früher nur wenige bemerkten, auch im Volk bekannt, das in Zukunft die guten Erfahrungen mit Vertretern eines Volkes nicht mehr allen Fremden gutschreiben und die von einer Nation erlittenen Beleidigungen nicht mehr allen Nationen zur Last legen wird.“ (S.100)

 


Lit.
Barth, T. (2005): Vom Dandy zum Haderer - Artur Landsberger (1876 - 1933), in: Vergessene Autoren, Kritische Ausgabe 1/2005, Bonn:Weidle Verlag, S. 78-81
Hack, A. (1995): Das Japanisch-Deutsche Kulturinstitut in Tôkyô zur Zeit des Nationalsozialismus. Von Wilhelm Gundert zu Walter Donat, NOAG 157/158, 1995, S. 77-100
Hedinger, D. (2012): Kulturen der Mobilisierung. Repräsentationen von Krieg und Gewalt im japanischen Imperium 1937/38, in: Yōroppa kenkyū/European Studies (Universität Tokio), Vol. 11, S. 107-127
Maltarich, B. (2005): Samurai and Supermen: National Socialist Views of Japan, German Life and Civilization Bd. 42, Oxford, Bern, Berlin, Bruxelles, Frankfurt am Main, New York, Wien:Peter Lang Verlag 2005

 

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