Potente, Franka ポテンテ・フランカ (* 1974), Schauspielerin, Schriftstellerin アクトレス, 女性作家

"Japanerinnen rochen anders"

Es ist immer erfrischend, wenn jemand uns unbeschwert von überbordenden, fachkundigem Ballast zu einem Thema erzählt. Das trifft zumal dann zu, wenn dieses schon unzählige Male betrachtet, analysiert oder künstlerisch erfasst worden ist.


Diese Frische zeichnet Franka Potentes Japan-Anthologie mit zehn Kurzgeschichten aus, die unter dem Titel "Zehn" im Piper-Verlag in einer schönen, bibliophilen Ausgabe veröffentlicht wurde.


Was erschloss Franka Potente Japan und ermunterte sie Erzählungen, die sie "Stories" nennt, zu schreiben, die dieses Land zur Bühne haben? Ein Interview mit der 'Die Zeit' gibt nur knapp Auskunft: "Sie drehte in Tokyo einen Dokumentarfilm über Underground Art, sie reiste mehrfach durchs Land."

Feststellbar ist, dass Franka Potente durch ihren Film "Lola rennt" (Video Trailer) in Japan eine der wenigen bekannten Deutschen aus der Filmbranche der Gegenwart geworden ist. In der größten DVD-Verleihkette Japans, "Tsutaya" ツタヤオンライン, wird dieser Film angeboten. Unter einer großen Anzahl nicht-japanischer DVDs insbesondere aus den USA und Frankreich finden sich dort neben jenem Film nur wenige Dutzende andere deutsche Filme. Darunter sind Werke von Franka Potentes früherem Partner Tom Twyker und von Doris Dörrie. Prominent ist Leni Riefenstahl mit verschiedenen Filmen angeboten. Aus der Vorkriegszeit findet sich immer noch "Die Tochter des Samurai" von Arnold Fanck.

Stilistisch in knappen, inhaltlich fokussierten, nahezu Japanisch anmutenden Sätzen rennt die Autorin Franka 'Lola' Potente in ihrem Buch durch den japanischen Alltag. Die sportliche Bewegung im kurzen Ausdruck ihrer Satzgefüge und die gestreckte charakterliche und soziale Spannweite der von ihr erschaffenen Protagonisten mag auch Spiegel des quirligen Schaffensdranges der frisch geborenen Literatin sein. In obigem 'Die Zeit'-Interview schreibt die mit ihrem Buch in neues künstlerisches Terrain eingedrungene Filmschauspielerin sich selbst ständiges Suchen nach ihren alten Wirkungsbereich übersteigende Herausforderungen und Grenzüberschreitungen zu.

Folgerichtig ist in diesem Zusammenhang dann auch, dass sich ihren 'japanischen' Erzählungen mit einem Fitnessbuch ein Sachbuch anschliesst.

In "Zehn" durchläuft die Schriftstellerin auf einer Strecke durch japanische Megacities positiv und negativ aufscheinendes gesellschaftliches Territorium. Sie tut dies mit aufmerksamer Anteilsnahme, mit einiger Sympathie, am Ziel der Strecke dann aber doch sichtlich froh durchatmend, diese Strecke endlich bewältigt zu haben.

Auf der Piste durch die japanische Umwelt begegnen ihr in zehn Kurzgeschichten einige Dutzend Personen, Frauen und Männer, junge und alte Menschen, aus allen sozialen Schichten:



Auf einen alten Mann trifft sie, der die traditionellen Strohsandalen (zôri) fertigt, nach dem Tode seiner Frau vereinsamt sein Dasein fristend. Obwohl sein Sohn mit Frau und Kind in der Nähe wohnt, sucht er den Vater nur selten und unlustig zum Besuch auf. Die Schwiegertochter steigt erst gar nicht aus dem Auto. Nur das kleine Kind freut sich den Großvater zu treffen. So weiss der Sohn auch nicht von der tödlichen Krankheit des Vaters ("Tango").

Eine gealterte, unverheiratete Frau verkauft in ihrem Ladengeschäft kunstvoll in Handarbeit erstellte japanische Fächer. Früher vor vielen Jahren, als ihre Eltern noch lebten, hatten sie alle zusammen diese mit großem handwerklichen Geschick selbst angefertigt. Nun hat die allein übrig gebliebene Frau einer überwältigenden Konkurrenz maschinell produzierter Fächer nur noch den Stolz auf die traditionsreiche Kunsthandwerkskunst entgegen zu stellen und lebt am Existenzminimum ("Götterwind").



Und für eine andere alte Frau, zu der uns Franka Potente erzählt, empfinden wir Leser Mitleid, wenn sie ihr ereignisloses und schmerzliches Alleinsein durch hingebungsvolles Kochen des Lieblingsgerichtes ihres untreuen Mannes, der sie wegen einer jüngeren Frau hat sitzen lassen, zu lindern versucht ("Nabemono oder Der Eintopf").




Es ist bekannt, dass Japan die global am schnellsten überalternde Gesellschaft hat, ein Land der Alten schon jetzt. Und doch tritt uns Japan in den großen Megastädten als eine Nation junger Menschen entgegen. Die auch international verbreitete Kultur Japans stellt sich uns heute gewöhnlich im Kleid der Jugend vor.








Doch ist dieses Image ein Erscheinungsbild, das den realen soziologischen Strukturen der japanischen, gegenwärtigen Gesellschaft nur sehr eingeschränkt entspricht.

Dadurch, dass Franka Potente uns in ihrer Anthologie auch junge Japaner vorstellt, setzt sie jedoch durch deren Gegenüberstellung mit obigen alten Menschen einen thematischen Kontrapunkt, der die demografische Situation mit all ihren daraus erwachsenden Gegensätzen auf individueller Ebene eindrucksvoll illustriert.

So lesen wir die Geschichte einer selbstbewussten, jungen Frau namens Haruka, die mit ihrem Ehemann eine moderne Partnerschaft begründet hat. ("Kore wa nan desu ka oder 'Was ist das?'"). Sie toleriert, ja bewundert, ihre kecke, junge Schwester Miyû. Eigentlich sollte ihr als pflichtbewusster 'älterer Schwester' das Treiben und die Lebensweise der kleineren Schwester nicht gefallen. Denn diese ist tief in der Vergnügungsindustrie, dem 'Wassergeschäft' (mizushobai) des japanischen Großstadtlebens versackt. Hier geht sie mit ebenso großer persönlicher Einsatzfreude - wie jede andere gewöhnliche Angestellte in einem japanischen Unternehmen auch - ihrer Arbeit nach: Tagsüber ist sie als Kellnerin in einer Verkleidungsbar (Maid Café) oder in einem Manga-Restaurant als Chefhostess tätig, in der Nacht arbeitet sie als Stripperin in einer Bar.



Repräsentativ für die junge Generation wird uns zudem durch Franka Potente eine junge Mutter in einer anderen Kurzgeschichte beschrieben, deren Jugendträume nach der Eheschließung in den tristen materiellen und sozialen Umweltbedingungen ihres Ehelebens abgestorben sind. Die mühevolle Erziehung ihres Kleinkindes empfindet sie als unentrinnbares Schreckensschicksal. Das Kind wird zum Monster, das "nie schlafen will, das schreit, stampft, knurrt und hungrig ist."

Zunächst nur mit ungeheuren, verbrecherischen Gedanken spielend vermeint diese potentielle "Murder Pincess" ihrem verhaßten Schicksal entkommen zu können, als sich ihr eine sich plötzlich ergebende Gefahrenlage, in die ihr Kind sich selbst manövriert hat, eine reale Chance dazu bietet: "Was wäre, wenn sich das Monster zu Tode stürzt?". In eiskalt kalkulierter Vernachlässigung ihrer mütterlichen Pflege- und Aufsichtspflicht weist die Autorin dieser jungen Mutter eine Rolle zu, die von egoistischer Gefühlswelt und dem Wunsch nach vollkommener Selbstentfaltung geprägt ist ("Das Monster"). Sie steht im radikalen Gegensatz zu der althergebrachten Rolle einer ihre Kinder umsorgenden japanischen Hausfrau.

Hat sich die Autorin Potente beim Schreiben ihrer Geschichte von dem Gedicht "Das Kind am Brunnen" von Friedrich Hebbel inspirieren lassen? Auch dieses Kind bringt sich selbst in ähnliche Gefahr wie das japanische 'Monster'-Kind. Doch ist die prekäre Situation nur auf einen harmlos erscheinenden, in dieser Situation allerdings unentschuldbaren Aussetzer seiner eingeschlafenen Amme zurückzuführen. Während bei jener Amme aber als Ursache für die Gefährdung eines unschuldigen Kleinkindes menschliche Schwäche beschrieben wird, treibt die japanische Mutter egomanisch kriminelle Motivationen, die eine grauenhafte Wirklichkeit für ihr eigenes Kind plant.

Und dass diese erschreckende Story über moderne Kind - Mutter Beziehungen einen realen gesellschaftlichen Hintergrund in Japan besitzt, erahnt der ausländische Japanbesucher bei einem Spaziergang durch eine friedliche Parkanlage in Tôkyô an einem Sonn- oder Feiertag. Dort begegnen ihm zahlreiche Paare mit Kinderwagen, in denen jedoch keine Kleinkinder sitzen, sondern an ihrer Stelle ein oder zwei Hunde, zumeist mit niedlichen Hundekleidern angezogen. Es handelt sich also um keine Kinderwagen, die das Familienleben der jungen Ehepaare bereichern, sondern um Hundewagen (Video).






Im Gegensatz zu Kindern sind Hunde schnell und einfach in einem Ladengeschäft zu erwerben, viel billiger in der Lebenshaltung, erfordern nur geringen Zeiteinsatz und sind in sich ändernden individuellen Umständen der Besitzer jederzeit über das Geschäft, in dem sie erworben wurden, entsorgbar. Auch sind Hunde schneller als Kinder an den jeweils aktuell vorherrschenden Geschmack der Hundehalter anzupassen: In der sich alle paar Jahre ändernden Vorliebe dieser japanischen Hundefreunde hinsichtlich der beliebtesten Hunderassen ist der Wechsel des Vierbeiners , mit dem man zusammenlebt, unproblematisch jeder Zeit durchführbar. Der Zyklus der beliebten Hunderassen der letzten Jahre erstreckte sich vom Dalmatiner und Golden Retriever bis hin zum Dackel und zum Pudel. Hohes Alter erreichen diese modernen Lebensabschnittspartner offensichtlich selten. Den heute begegneten Hunderassen wird man nach einigen Jahren kaum noch irgendwo im Hundewagen im Park begegnen.

Zur Erholung des Gemütes ihrer Leser nach obiger Kurzgeschichte stellt uns Franka Potente noch eine 'Erziehungsmaschinen Mutter' ("Kyôiku-Mama") vor. Diese lebt zwar in einem besseren, bürgerlichen Umfeld als jene japanische Mutter mit dem 'Monsterkind'. Aber auch sie fühlt sich in eine, ihre eigene Persönlichkeit einengende, von ihr als überlebt empfundene, altherhergebrachte Familien-Konvention eingepfercht. Diese erwartet von ihr die Geburt eines männlichen Statthalters, dessen kommender, erfolgreicher Lebensweg schon vor der Geburt durch alle Familienmitglieder vorgeplant wird. Sie meidet jedoch einen Konflikt mit der Familie, und egozentrische Verantwortungslosigkeit liegt ihr fern. Dennoch: "Die Mutter will ein Mädchen wie Junko Tabei, die erste Besteigerin des Mount Everest" und wird so ihren eigenen Standpunkt versöhnlich durchzusetzen wissen.

Franka Potente hat in ihren Protagonisten gesellschaftliche Widersprüche Japans in individuellen Bruchstellen bloßgelegt. Das große Band, das das dichte und immer zum Zerreissen gespannte Geflecht der japanischen Gesellschaftsstruktur zusammenhält, ist der in den westlichen Gesellschaften weitgehend zerbröselte, hohe Druck sozialer Kontrolle, der auf die einzelnen Gesellschaftsmitglieder stärker wirkt als alle schriftlichen Regelwerke dies könnten.

Auch im großstädtischen Leben hat dieser soziale Steuerungsmechanismus Japans trotz aller modernen Einflüsse der globalen Industrie- und Informationsgesellschaften seine integrierende Kraft nicht wesentlich eingebüsst. Und die Autorin zeigt uns auch diese Verkettung in ihren einzelnen Lebensbildern:

Die junge, moderne Familie der oben schon vorgestellten, selbstbewussten Haruka ist sich einig, dass die Berufskarriere ihres Mannes durch auch als noch so unangenehm empfundene Unterwerfung unter die vorgeschriebenen Konventionen des Unternehmensalltages, dem der Mann unterworfen ist, bis in das Privatleben hinein unvermeindlich ist und garantiert werden muss. Dabei ist diese gesellschaftliche Facette Japans übrigens von Franka Potente anhand einer netten Parodie der im japanischen Sittenkodex so bedeutsamen Geschenke amüsant dargestellt ("Kore wa nan desu ka? oder 'Was ist das?'").

Die unbändige, kleinere, in zwielichtiger Zwischenwelt der gesellschaftlichen Struktur arbeitende Schwester Harukas, Miyû, erfährt soziale Einordnung und Besänftigung schließlich ausgerechnet durch einen Hüter der gesellschaftlichen Ordnung, einen adretten Polizisten, mit dem sie eine konventionelle Ehe anstrebt ("Welcome home, Master").

Während somit in dem Schicksal der beiden zeitgenössischen Geschwister Haruka und Miyû das alte System der sozialen Kontrolle wieder zu deren gesellschaftlicher Integration und Befriedung führt, zeigt die Autorin Potente mit offensichtlicher Vorliebe noch eine Alternative für die Hauptakteure in ihren Kurzgeschichten auf, die sie aus jener stringenten sozialen Zwangsjacke heraus zu führen vermag: Durch Flucht in das ausländische Umfeld.

Diese Möglichkeit tritt als sanft angedeutete Versuchung schon an die ebenfalls oben genannte, einsame Fächerverkäuferin in Gestalt eines in ihrem Laden erscheinenden Deutschen auf. Dieser wird dort durch einen Taifun länger als erwartet aufgehalten. Doch die atmosphärisch leicht in den Raum gestellte, ungewöhnliche Verbindung dieser beiden etwa gleichaltrigen Menschen aus so unterschiedlichen Kulturkreisen aus Ost und West bleibt unerfüllt ("Götterwinde").

Anders schon sieht es bei der unerwarteten und abenteuerlichen Begegnung eines jungen, bürgerlichen, japanischen Angestellten mit einer völlig enthemmten Japanbesucherin aus Schweden namens Ingeborga aus. Nur knapp entgeht er in der sich zufällig ergebenden Liebesaffäre mit der Schwedin einer Ausbruchsmöglichkeit aus seiner regulierten Umwelt, die ihm fast seine Berufskarriere gekostet hätte ("Das schwedische Haar")

Große Sympathie schreibt die deutsche Autorin obigem jungen Angestellten mit seinem kleinbürgerlichen Verhalten nicht zu, eher gefällt ihr wohl die Schwedin.

Überhaupt sind - im Gegensatz zu den rebellischen, bis hin an die Grenze der Kriminalität aufsässigen Figuren junger Japanerinnen - die jungen Männer Japans in den zehn Kurzgeschichten von Franka Potente farblos und fade geschildert. In einer Story fällt einem anderen jungen Angestellten auf dem mühsamen Weg beim Aufstieg der Karriereleiter nichts kreativ Innovativeres ein, als dabei auf die abergläubische Hilfe einer Göttervielfalt zu setzen: "Es war wichtig, die Götter auf seiner Seite zu haben." ("Viele Götter").










Allein dem, in seinen Tages- und Nachtträumen einem alten, sterbenden Japaner trostreich zur Seite stehenden Catcher André gesteht Franka Potente einen positiven Auftritt unter ihren männlichen Figuren zu. Wahrscheinlich nicht zufällig ist André aber kein Japaner, sondern polnisch-rumänischer Abstammung und eine Figur aus dem Fernsehprogramm. Ihm ist es vorbehalten, den eingangs erwähnten, sterbenden Greis aus allen persönlichen und sozialen Nöten in Frieden auf seiner letzten großen Reise zu einem neuen Ziel zu begleiten, das als leerer Fleck auf keiner Landkarte verzeichnet ist ("Tamago").

So führt uns die Erzählerin Potente geschickt und unterhaltsam durch die Abgründe tiefer Gesellschaftsprobleme in Japan.

Unterhaltsam schon deswegen, da sie den Leser auf diesem schwierigen Weg mit japanischem Essen erfrischt. In eine japanische Küche wird er gleich am Anfang des Buches geleitet, in deren Mittelpunkt "der zu jeder Tageszeit dampfende Reiskocher" steht. Zwei der zehn Kurzgeschichten locken im Titel mit japanischen Speisen: "Nabemono oder Der Eintopf" und "Tamago", letzteres eine Eierspeise.

Dazu werden wir in fast allen Geschichten mit unzähligen anderen japanischen Gerichten bewirtet, etwa mit Maguro Domburi, Gyôza ("gefüllte Teichtaschen"), Akashiyaki ("Omlettebällchen mit Octopus"), Yatsuhashi, Teriyaki, Oden, Udon.








Das lesenswerte Buch "Zehn" von Franka Potente muss sich aber sachlich in einigen Punkten Kritik gefallen lassen, die die eingangs geäusserte Vermutung, dass die Autorin sich nicht allzu tief und lange Zeit mit Japan befasst hat, bestärken.

So nimmt sie es mit japanischen Namen generell nicht allzu genau. Gibt es Tekka oder Shinzai? Zuweilen scheint sich ihr Namensgedächtnis mit Erinnerungen an Namen, die sie bei Begegnungen mit Chinesen und Koreanern aufnahm, vermischt zu haben (z. B. Shu, Chi und Kim).

Die Verwendung des durch zwei historische Ereignisse in der japanischen Geschichte eindeutig eingeordneten Begriffs 'Götterwind' (kamikaze) in der Story "Götterwinde" ist eigenwillig.

Und dass die Japaner auf dem Rasen sitzend im Frühjahr die berühmte japanische Kirschblüte geniessen, dürfte selten der Fall sein. Gewöhnlich geschieht dies viel weniger prosaisch auf hässlichen blauen Plastikunterlagen, die über rohen Boden gelegt werden.

Ein Onsen Hachimantai mit einem 400 Meter tiefem See in der Nähe von Yokohama wird man vergeblich suchen, sicher aber einige hundert Kilometer nördlich finden können.

Etwas mehr Liebe und auch Beschäftigung mit der japanischen Literatur hätte man von der Autorin , die Schiller und Goethe stets in ihrem Gepäck mitführt, erwarten können. Eine Erklärung des zum globalen Kulturerbe gehörenden japanischen Kurzgedichtes, wie sie Franka Potente bietet, ist doch etwas armselig: "Ein Haiku ist ein dreizeiliges Gedicht. Eine kleine Situation, bei der sich der Leser oder Zuhörer das Davor und das Danach dazu vorstellen muß." ("Kyôiku-Mama"). Die in Deutschland mehrere Tausend begeisterte Haiku-Liebhaber zählende Literaturszene wird enttäuscht sein.

Vielleicht liest man das Japan-Buch von Franka Potente besser außerhalb von Japan in Entfernung zu Japan und nicht in Japan selbst. Es stellt sich dann in eine Reihe mit den Romanen der deutschen Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts, die für deutsche Leser geschrieben wurden. Und in der Tat sind die sozialen Problemkreise, in die Franka Potente ihre japanischen Protagonisten eingebettet hat, ja auch sehr ähnlich in Deutschland zu finden.

Der Autorin selbst ist Japan fern. So gestaltet sich am Schluß des Buches ihre letzte Story "Kitamakura oder 49 Tage" auch als Abgesang an die japanische Gesellschaft. Dort entführt eine deutsch-amerikanische Schriftstellerin ihre junge japanische Hauptfigur aus dem vorgeblich grauen Tôkyô in den angeblich strahlend hellen Sonnenstaat Kalifornien zu einer Gastfamilie mit, natürlich, netten und offenen Menschen. Es ist dasselbe Land, das sich die oben erwähnte japanische Mutter mit dem 'Monsterkind' erträumte, bevor dieser Jugendtraum in der Wirklichkeit der japanischen Gesellschaft zerbrach: "So müssen die Amerikaner sein, wach und unternehmungslustig. Es war ihr Traum gewesen, nach Amerika auszuwandern." ("Das Monster")

Franka Potentes deutsche Filmkollegin Doris Dörrie hat wahrscheinlich stärkere Empathie für Japan, obwohl sie in ihren Filmen Japan auch aus der entfernten Perspektive einer deutschen Fremden beobachtet und in Szene setzt. Ein Film wie Doris Dörries Komödie "Erleuchtung garantiert" zeichnet sich durch einen liebenswerten Humor aus, der in manchen Facetten Japan so parodiert wie es sich Deutschen zuweilen darbieten mag, und behält dabei doch alle Sympathie für dieses Land. Franka Potentes Buch bringt - trotz durchaus gelungener humorvoller Einschübe - diese distanziert amüsierte Distanz nicht auf.

Doch wird durch obige kritische Anmerkungen nur der verbohrte Japanbesserwisser seine Lesefreude an den japanischen Entdeckungen, die Franka Potente in ihren Geschichten verarbeitet und ihrem Urteil unterworfen hat, beeinträchtigt sehen. In diesem, den ausländischen Betrachter immer wieder herausfordernden Land hat sie wichtige gesellschaftliche Facetten herausgefunden und lesenswert an ihre Leser weitergereicht.








フランカ・ポテンテ

Sollte der japanische Text in dieser Spalte unleserlich oder durch Platzhalter ersetzt sein, bitte im jeweiligen Browser über Ansicht >Zeichenkodierung>Japanisch dekodieren:


ポテンテ・フランカ


ラン・ローラ・ラン


"Video "Lola rennt"「ビデオ



Megacities Japan











































































„Japanerinnen rochen anders“

Es ist immer erfrischend, wenn jemand uns unbeschwert von überbordenden, fachkundigem Ballast zu einem Gegenstand erzählt, der sie oder ihn persönlich fasziniert, den man lieb gewonnen hat oder ablehnt. Das trifft zumal dann zu, wenn es sich um einen Gegenstand handelt, der schon unzählige Male betrachtet, analysiert oder künstlerisch erfasst wurde.

Diese Frische zeichnet Franka Potentes Japan-Anthologie mit zehn Kurzgeschichten aus, die unter dem Titel „Zehn“ im Piper-Verlag in einer schönen bibliophilen Ausgabe veröffentlicht wurde.

Was erschloss Franka Potente Japan und ermunterte sie Erzählungen zu schreiben, die dieses Land zur Bühne haben? In einem Zeit-Interview mit ihr steht: "Sie drehte in Tokyo einen Dokumentarfilm über Underground Art, sie reiste mehrfach durchs Lans."

Feststellbar ist, dass Franka Potente in Japan durch ihren Film „Lola rennt“ eine der wenigen bekannten Deutschen aus der Film Branche der Gegenwart ist. In der größten japanischen DVD-Verleihkette Tsutaya wird dieser Film zur Ausleihe angeboten. Neben der großen Anzahl auszuleihender DVDs aus den USA und Frankreich finden sich dort neben jenem Film nur wenige Dutzend andere deutsche Filme, darunter Werke von Franka Potentes früherem Partner Tom Twyker und von Doris Dörrie. Prominent ist heute noch Leni Riefenstahl mit verschiedenen Filmen angeboten. Aus der Vorkriegszeit findet sich immer noch „Die Tochter des Samurai“ 
von Arnold Fanck.

Franka „Lola“ Potente rennt in ihren „stories“ durch den japanischen Alltag. Vielleicht ist diese Bewegung in ihrem literarischen Erstlingswerk kein Zufall nach der ebenso passionierten Herausgabe ihres Fitnessbuches, das sie durch Monate lange Joggingläufe durch unter anderen den Berliner Tiergarten praktisch unterlegte. Jedenfalls durchläuft sie positives und negatives japanisches Territorium mit aufmerksamer Anteilnahme, mit einiger Sympathie, am Ziel aber doch erleichtert aufatmend, diese Strecke bewältigt zu haben. Auf der Piste durch die japanische Umwelt bevölkern einige dutzend Personen ihre Strecke über zehn Geschichten hinweg:

Auf einen alten Mann trifft sie, der traditionelle japanische Sandalen (zori) fertigt, nach dem Tode seiner Frau vereinsamt sein Dasein fristet , obwohl sein Sohn mit Frau und Enkel in seiner Nähe wohnt, den Vater aber nur selten zu Kurzbesuchen aufsucht, sich nicht um ihn kümmert und daher auch nichts von dem absehbar tödlichen Ausgang seiner Krankheit weiß („xxxx“). Eine gealterte Frau begegnet ihr in ihrem Ladengeschäft für kunstvoll in Handarbeit erstellte, japanische Fächer („xxx“).


Früher vor vielen Jahren hatte ihre Familie diese mit großem handwerklichen Geschick selbst hergestellt. Nun hat die allein übrig gebliebene Frau einer überwältigenden Konkurrenz maschinell produzierter Fächer nur noch den Stolz einer traditionsreichen Handwerkskunst entgegen zu stellen, der gerade ihr materielles Existenzminimum erträglich macht. Und für eine andere alte Frau, die ihr Mann wegen einer jüngeren Frau verließ, empfinden wir Leser, die Franka Potentes Lauf durch Japan zuschauen, Mitleid, wenn sie ihr ereignisloses und schmerzliches Alleinleben durch hingebungsvolles Kochen des Lieblingsgerichtes Eintopf ihres treulosen Mannes („Nabemono“) zu lindern versucht.

Es ist bekannt, dass Japan die am schnellsten vergreisende Gesellschaft der Erde ist, ein Land der Alten, solcher wie diese drei, am Rande des Greisenalters stehende Menschen. Und doch tritt uns Japan in den großen Megastädten Tokyo und Osaka vor allem in den hervorstechenden kommunalen Brennpunkten als eine Nation junger Menschen entgegen. Die auch international verbreitete heutige Kultur Japans stellt sich uns heute gewöhnlich im Kleid dieser Jugend auf, ein Erscheinungsbild, das den vorherrschenden soziologischen Verhältnissen der überalterten Gesellschaft nur noch sehr bedingt entspricht.

Franka Potente stellt uns in ihren Erzählungen auch Lebensbilder solch jungendlicher Japaner im Gegensatz zu obigen vergreisten Protagonisten vor:

So lesen wir die Geschichte der selbstbewussten, jungen Haruka, die mit ihrem Ehemann eine Partnerschaft begründet hat, die geschwisterliche Gleichheit assoziiert („Kore wa nan desu ka?“). Ihre kecke junge Schwester Miyu ist tief in die moralisch unbegrenzte Vergnügungsindustrie („Wassergeschäft“ mizushobai) des japanischen Großstadtleben versunken, in der sie mit ebenso viel Einsatzfreude ihren Erwerbstätigkeiten nachgeht wie jede andere normale Angestellte in gewöhnlichen, japanischen Unternehmen: Sie ist Chefhostess in einer Verkleidungsbar und arbeitet in der Nacht als Stripperin in einer Bar („xxx“).

Nicht so gesellschaftlich extrem, das heißt, nicht repräsentativ für die junge Generation wie es dem deutschen Leser erscheinen mag, ist die junge Mutter eines „Monster Kindes.“ Gefangen in tristen materiellen und sozialen Lebensbedingungen nach ihrer Eheschließung sind alle ihre Jugendträume verflogen. Dem als unentrinnbar empfundenen Schicksal der mühevollen Kindeserziehung unter vorgeblicher Aufgabe der eigenen Individualität vermag sie nur in ungeheuer verbrecherischerGedankenspielerei zu entkommen. In eiskalt kalkulierter Vernachlässigung 
ihrer mütterlichen Pflege- und Aufsichtspflichten weist die Autorin dieser Mutter eine - der althergebrachten Rolle der japanischen Hausfrau entgegengesetzte - Rolle der egoistischen Gefühlswelt einer jungen Ehefrau zu, die ihr kleines Kindes los zu werden versucht: In einer plötzlich auftretenden Notlage, in die sich das sie störende Kind selbst manövriert hat, greift sie nicht helfend ein, hofft vielmehr auf ein sie aus ihrem Schicksal erlösendes Ende durch ein tödliches Unglück ihres Kindes.

Zur Erholung des Gemütes des Lesers stellt uns die Autorin dann eine „Erziehungsmaschinen Mutter“ (kyoikumama) vor. Diese lebt zwar in besseren bürgerlichen Umfeld als die Mutter des Monsterkindes, aber auch sie ist in eine, ihre eigene individuelle Persönlichkeit einengende, von ihr als überlebt empfundene Familien-Konvention eingepfercht. Diese erwartet von ihr die Geburt eines männlichen Stammhalters, dessen kommender, vermeintlich erfolgreicher Lebensweg von den Familienmitgliedern schon vor der Geburt detailliert vorgeplant wird. Sie weiß sich aber mit intuitivem Geschick 
ihren einen Weg für sich und ihr Kind zu erschließen.



Franka Potente hat in ihren Protagonisten gesellschaftliche Widersprüche Japans in individuellen Bruchstellen bloßgelegt. Das große Band, das das dichte und immer vor dem Zerreißen stehende Geflecht der japanischen Gesellschaftsstruktur zusammenhält, ist der in westlichen Gesellschaften weitgehend zerbröselte, hohe soziale Druck, der auf den einzelnen Mitgliedern der Gesellschaft stärker und verbindlicher als jedes schriftliche Regelwerk lastet.

Dieser hat seine große integrierende Kraft noch immer nicht trotz aller sozialen Verwerfungen im großstädtischen Dasein der Japaner eingebüßt. Und die Autorin zeigt uns diese Verkettung 
in ihren Erzählungen: Die junge moderne Familie der selbstbewussten Haruka ist sich einig, dass die Berufskarriere des Mannes durch nicht ganz freiwillige Unterwerfung unter die Konventionen des Unternehmensalltags  bis hin in das Privatleben unvermeidlich ist. Dabei ist diese gesellschaftliche Facette übrigens amüsant anhand einer netten Parodie der im japanischen Gesellschaftsgefüge so bedeutenden Geschenksitte dargestellt. Ihre unbändige, kleine Schwester Miyu erfährt soziale Besänftigung schließlich in einem adretten Polizisten, mit dem sie eine konventionelle Ehe ansteuert.

Während sich somit in dem Schicksal der beiden modernen Schwestern Haruka und Miyu das alte System der sozialen Kontrolle wieder zu deren gesellschaftlicher Integration und Befriedung führt, zeigt die Autorin Franka Potente mit offensichtlichen Vergnügen eine Alternative für ihre Hauptakteure aus der Zwangsjacke der stringenten sozialen Kontrolle auf: Die Flucht in das ausländische Umfeld: Diese tritt als sanft angedeutete Versuchung schon an die einsame Fächerverkäuferin in Gestalt eines in ihrem Laden erscheinenden Deutschen auf. Dieser 
wird dort vom einem Taifun festgehalten. Doch eine leicht in den Raum gestellte, befreiende Lösung für Japanerin und Ausländer wird sich nicht realisieren. Anders schon sieht es bei der abenteuerlichen Begegnung eines jungen, konventionellen japanischen Angestellten Japaners mit der völlig enthemmten Schwedin „Ingeborga“ aus. Nur mit knapper Not entrinnt er dem plötzlich sich ihm auftuenden Fluchtversuch aus seinem angestammten gesellschaftlichen Umwelt durch diese zufälligen Begegnung, die ihm fast seine Berufskarriere gekostet hätte.

Unter den Darstellern Franka Potentes gelingt es allein dem polnisch-rumänischen Ringer André aus dem Fernsehprogramm, den japanischen Greis in dessen Tag- und Nachtträumen auf die letzte große Reise am Ende seines Lebens in Frieden zu geleiten, abgehoben von allen sozialen Zwängen der Gesellschaft („Tamago“).



Eine angenehme Kehrseite des hohen Preises, den dieser soziale Druck in der Gesellschaft auf individueller Ebene von den Japanern fordert, ist für den westlichen, zumal den deutschen Betrachter des Landes der weltweit wohl nur in Japan zu erlebende hohe Standard der Dienstleistungskultur, der eine Reise durch Japan geradezu 
zu einem paradiesischen Erleben auf der Flucht aus der deutschen Dienstleistungswüste werden lässt: Aus der Höhe der mit Höchstgeschwindigkeit dahin fliegenden Superexpresses Shinkansen ist nur zu erahnen, wie die bedrückenden Verhältnisse der Bewohner in den eng beieinander gereihten Häuschen oder in den neuerdings überall  entstehenden hohen Bettenburgen aussehen. Selbst den Scharm der alten, vielleicht noch armseligeren althergebrachten Shitamachi Unterstadt-Behausungen (shitamachi)  à la Tora-san können sie nicht mehr bieten.

Ein Spaziergang durch moderne, von jungen Ehepaaren bewohnten Großstadtviertel wie Ariake in Tokyo zeigt ebenso die erschreckenden sozialen Folgen jener sozialen Brüche: Was wir aus der niedrigsten Geburtenrate der Welt schon aus Statistiken wissen, wird uns hier beim Begegnen mit sonntäglichen Spaziergänger vor Augen geführt: Anstatt junger Familien mit kleinen Kindern begegnen wir hier in großer Zahl solchen Ehepaaren, die in Kinderwagen ihre gerade in Mode befindlichen Schoßhunde wie Kinder spazieren führen: Lebende Wesen, die man umstandslos im Geschäft erwerben kann als Kinderersatz, der Mode unterworfen und sofort entsorgbar, wenn sie nicht mehr in die Lebensumstände passen. http://caninange.com/ Ein erschreckendes Gegenbild zur alten heilen Kinderkultur Japans, die der frühere Japan-Korrespondent der FAZ, 
Uwe Schmid, so eindrucksvoll beschrieben hat.

So führt uns die Erzählerin Franka Potente geschickt und unterhaltsam durch Abgrund tiefe Probleme des heutigen Japans.

Unterhaltsam garniert sie ihren schwierigen Weg mit japanischen Essen: Eine japanische Küche wird uns detailliert gleich am Anfang der Erzählungen vorgestellt, in deren Mittelpunkt „der zu jeder Tageszeit dampfende Reiskocher “ steht (S.26). Zwei der zehn Geschichten sind sogar mit Namen japanischer Gerichte tituliert: „Nabemono“ (Eintopf) und „Tamago“ 
(Eierspeise). Dazwischen werden unzählbare Gerichte Japans aufgetischt: Maguro Donburi „Tartar vom Tintenfisch und Reis“ (S.36), Gyôza „gefüllte Teigtaschen“ (S.55), Vorspeisen wie Akashiyaki „Omlettebällchen mit Octopus“ ??. Essbare Mitgebringsel wie Yatsuhashi, Teriyaki und verschiedene Gemüse werden verschenkt;  dazu werden Speisen wie Oden, Udon und viele andere genossen. (S.69)



Eine Reihe kleiner Fehler, die Franka Potente sachlich in ihren zehn Stories zu Japan unterlaufen, zeigen, dass sie sich mit Japan nicht allzu präzise auskennt.

Mit den japanischen Namen nimmt es die Autorin generell nicht so genau. Gibt es Tamiko oder Tekka? Zuweilen scheint sich ihr japanisches Namensgedächtnis mit Erinnerungen an Namen während ihrer Begegnung mit Chinesen und Koreanern vermischt zu haben (Shu, Chi, Kim).

Die Verwendung des Begriffes „Götterwind“ kamikaze ist wohl eher ungewöhnlich in dem Zusammenhang, in den sie Franka Potente stellt. Und ob ein Onsen in Hachimantai mit einem 400 Meter tiefen See in der 
Nähe von Yokohama liegt, wollen wir doch bezweifeln.

Leider ist es auch höchst selten, wenn auch sehr wünschenswert, dass der Anblick der Kirschblüte von Japanern auf einem Rasen sitzend genossen wird. Vielmehr findet dies höchst unprosaisch fast durchweg auf unschönen blauen Plastiktüchern auf rohen Boden statt.

Etwas mehr Liebe zur Dichtung hätte man von der Jungautorin hinsichtlich der Bestimmung der japanischen, weltweit berühmten Kurzgedichte erwartet: „xxx“.

Vielleicht liesst man das Japan Buch von Franka Potente besser außerhalb Japans in der Ferne, nicht wie der Rezensent in Japan selbst. Es stellt sich dann in eine Reihe mit Japan Büchern, die deutsche Literatinnen schon im 19.Jahrhundert zu Japan für deutsche Leser geschrieben haben: Schöne Unterhaltungsliteratur. Japan ist dann in seiner Exotik ein attraktives Thema, ist aber in so weite Ferne gerückt, wie es sich die Autorin wahrscheinlich selbst wünschte am Schluss ihres Buches: Die letzte Geschichte des Buches erscheint als ein emotionaler Abgesang auf Japans Gesellschaft. Dort entführt sie ihre Lieblingsprotagonistin aus dem grauen Tokyo in die strahlende Helle des amerikanischen Sonnenstaates mit offenen und netten Menschen. Es ist dasselbe Land, das die japanische Mutter des Monsterkindes in ihren Jugendträumen ersehnte. Die Filmkollegin Doris Dörrie hatte dann in ihren Japan Filmen wohl doch mehr Sympathie für Japan als Franka Potente.

Doch wird durch obige kritische Bemerkungen nur der verbohrte Japanbesserwisser seine Mitfreude an der Freude der Autorin über ihre japanischen Entdeckungen, die sie in ihren Geschichten verarbeitet hat, 
beeinträchtigt sehen. In diesem, den ausländischen Beobachter immer wieder herausfordernden Land Japan hat Franka Potente wichtige Facetten in allen gesellschaftlichen Bereichen herausgefunden und liebens- und lesenswert an ihre Leser transportiert.

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