Zur Vorgeschichte

 Zur Vorgeschichte

Der Fernhandel knüpfte die ersten Fäden zwischen Zentraleuropa und Ostasien. Der früheste bekannte Fund chinesischer Seide nördlich der Alpen stammt aus dem frühen 5. Jahrhundert v.Chr. In einem Fürstengrab auf der "Heuneburg" wurden Seidenreste gefunden, die über Massilia bzw. die Donauroute importiert worden sein könnten (vgl. Hundt 1969).

Der Handel zwischen den "Serern" (Chinesen) und Römern über die "Seidenstraße" verband die Gebiete des späteren Frankenreiches seit dem 2. Jahrhundert n. Chr. mit Ostasien. Während der Tang-Dynastie (618-907) nahm der Austausch von Waren entlang der "Seidenstraße" einen starken Aufschwung, der mit dem Niedergang des Oströmischen Reichs nach der gegen die türkischen Seldschuken verlorenen Schlacht von Manzikert 1071 und dem nachfolgenden Bürgerkrieg (Verlust Antiochias und Kleinasiens) zunehmend behindert wurde.

Der Zerfall des chinesischen Zentralstaats nach 907 hatte schon davor zu einem Rückgang des Handels mit Gold, Glas, Edelsteinen, Jade, Pelzen, Porzellan, Lackarbeiten und Gewürzen geführt. Da die Handelskontakte bis zum 13. Jahrhundert über Zwischenhändler erfolgt waren, gab es keine direkten Verbindungen zwischen Bewohnern des deutschsprachigen Raums und dem Fernen Osten. [ar]

 

 

 

 

Lit. Hundt, H.J. (1969): Über vorgeschichtliche Seidenfunde, in: Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz Jg. 16, 1969, S.59-71; Bildquelle: Tangzeitliche Figürliche Darstellung eines langnasigen europäischen Händlers im zentralasiatischen Seidenstraßenhandel ("Statuette de marchand caravanier sogdien, Dynastie Tang"), ausgestellt im Musée Guimet, Paris

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